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Daten abgrasen mit Lockes Arbeitstheorie?

Die Vorsitzende von Angela Merkels Digitalrat, Katrin Suder, https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11867878-bundesregierung-digitalrat-chefin-ruft-datenteilen" target="_blank">ruft zum allgemeinen Datensammeln auf:

\[quote\]Die Idee, dass den Deutschen ihre Daten im Sinne eines Dateneigentums gehören könnten, hält Suder für nicht praktikabel. In der FAS verwies sie dabei auf den Philosophen John Locke: "Wer die Arbeit aufwendet, dem gehört der Mehrwert. Aber das Sammeln der Daten ist in den Zeiten des Internet of Things keine Arbeit, ihr Wert entsteht erst bei der Auswertung." \[/quote\]

Nun gut, das Sammeln von Daten hätte auch John Locke nicht als Arbeit angesehen. Ebenso wenig wie das Auswerten von Daten. John Locke hat überhaupt nur von Arbeit im Bereich der Landwirtschaft geschrieben. Die Kernaussage findet sich hier in seinem Werk Second Treatise, Sektion 27:

\[quote\]The labour of his body and the work of his hands, we may say, are strictly his. So when he takes something from the state that nature has provided and left it in, he mixes his labour with it, thus joining to it something that is his own; and in that way he makes it his property.\[/quote\]

Weiter redet Suder in eigener Interpretation:

\[quote\]"In der analogen Welt haben wir feste Regeln", sagte sie der FAS. "Wenn ich in einen Aufzug steige, dann muss ich vorher nicht irgendwelchen Nutzungsbedingungen zustimmen. Ich kann mich darauf verlassen: Der Aufzug ist vom TÜV abgenommen, ich muss mir keine Gedanken machen." Genauso sei es bei digitalen Produkten. "Ich will nicht irgendwelche Klauseln durchlesen, die kein Mensch versteht. Ich will, dass der Gesetzgeber die nötigen Regeln erlässt."\[/quote\]

Das ist das Schöne an so philosophischen Argumentationen: Irgendwann darf man Leuten Aufzüge erklären. Also, Frau Suder: In Aufzügen wird angegeben, was die Höchstlast ist. Und wenn man die überschreitet und dadurch ein Schaden entsteht, muss man dafür bezahlen. Denn durch die Nutzung des Aufzuges habe ich genau diesen Nutzungsbedingungen zugestimmt. Man kann nicht einfach so Aufzug fahren, nur weil dieser vom TÜV getestet wurde.

Selbst wenn man Locke richtig interpretierte, dass das Auswerten von Daten, d.i. eine immaterielle Sache, eine Arbeit darstellt, so ist die Datengrundlage selbst von individuellen Menschen hergestellt und mit nichten ein freies Gut. Aber nur von einem freien Gut nimmt Locke an, das hieraus Mehrwert durch individuelle Arbeit entsteht, das Besitztum rechtfertigt. Wenn ich einen Apfelkuchen herstelle mit geklauten Äpfeln vom Nachbarn, die dieser selbst gezüchtet hat, dann besitzt dieser sehr wohl einen Verdienst an diesem Apfelkuchen und nicht nur ich alleine.
#Arbeitstheorie #John Locke #Katrin Suder #Philosophie

 
Daten abgrasen mit Lockes Arbeitstheorie?

Die Vorsitzende von Angela Merkels Digitalrat, Katrin Suder, https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11867878-bundesregierung-digitalrat-chefin-ruft-datenteilen" target="_blank">ruft zum allgemeinen Datensammeln auf:

\[quote\]Die Idee, dass den Deutschen ihre Daten im Sinne eines Dateneigentums gehören könnten, hält Suder für nicht praktikabel. In der FAS verwies sie dabei auf den Philosophen John Locke: "Wer die Arbeit aufwendet, dem gehört der Mehrwert. Aber das Sammeln der Daten ist in den Zeiten des Internet of Things keine Arbeit, ihr Wert entsteht erst bei der Auswertung." \[/quote\]

Nun gut, das Sammeln von Daten hätte auch John Locke nicht als Arbeit angesehen. Ebenso wenig wie das Auswerten von Daten. John Locke hat überhaupt nur von Arbeit im Bereich der Landwirtschaft geschrieben. Die Kernaussage findet sich hier in seinem Werk Second Treatise, Sektion 27:

\[quote\]The labour of his body and the work of his hands, we may say, are strictly his. So when he takes something from the state that nature has provided and left it in, he mixes his labour with it, thus joining to it something that is his own; and in that way he makes it his property.\[/quote\]

Weiter redet Suder in eigener Interpretation:

\[quote\]"In der analogen Welt haben wir feste Regeln", sagte sie der FAS. "Wenn ich in einen Aufzug steige, dann muss ich vorher nicht irgendwelchen Nutzungsbedingungen zustimmen. Ich kann mich darauf verlassen: Der Aufzug ist vom TÜV abgenommen, ich muss mir keine Gedanken machen." Genauso sei es bei digitalen Produkten. "Ich will nicht irgendwelche Klauseln durchlesen, die kein Mensch versteht. Ich will, dass der Gesetzgeber die nötigen Regeln erlässt."\[/quote\]

Das ist das Schöne an so philosophischen Argumentationen: Irgendwann darf man Leuten Aufzüge erklären. Also, Frau Suder: In Aufzügen wird angegeben, was die Höchstlast ist. Und wenn man die überschreitet und dadurch ein Schaden entsteht, muss man dafür bezahlen. Denn durch die Nutzung des Aufzuges habe ich genau diesen Nutzungsbedingungen zugestimmt. Man kann nicht einfach so Aufzug fahren, nur weil dieser vom TüV getestet wurde.

Selbst wenn man Locke richtig interpretierte, dass das Auswerten von Daten, d.i. eine immaterielle Sache, eine Arbeit darstellt, so ist die Datengrundlage selbst von individuellen Menschen hergestellt und mit nichten ein freies Gut. Aber nur von einem freien Gut nimmt Locke an, das hieraus Mehrwert durch individuelle Arbeit entsteht, das Besitztum rechtfertigt. Wenn ich einen Apfelkuchen herstelle mit geklauten Äpfeln vom Nachbarn, die dieser selbst gezüchtet hat, dann besitzt dieser sehr wohl einen Verdienst an diesem Apfelkuchen und nicht nur ich alleine.
#Arbeitstheorie #John Locke #Katrin Suder #Philosophie

 
Daten abgrasen mit Lockes Arbeitstheorie?

Die Vorsitzende von Angela Merkels Digitalrat, Katrin Suder, https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11867878-bundesregierung-digitalrat-chefin-ruft-datenteilen" target="_blank">ruft zum allgemeinen Datensammeln auf:

\[quote\]Die Idee, dass den Deutschen ihre Daten im Sinne eines Dateneigentums gehören könnten, hält Suder für nicht praktikabel. In der FAS verwies sie dabei auf den Philosophen John Locke: "Wer die Arbeit aufwendet, dem gehört der Mehrwert. Aber das Sammeln der Daten ist in den Zeiten des Internet of Things keine Arbeit, ihr Wert entsteht erst bei der Auswertung." \[/quote\]

Nun gut, das Sammeln von Daten hätte auch John Locke nicht als Arbeit angesehen. Ebenso wenig wie das Auswerten von Daten. John Locke hat überhaupt nur von Arbeit im Bereich der Landwirtschaft geschrieben. Die Kernaussage findet sich hier in seinem Werk Second Treatise, Sektion 27:

\[quote\]The labour of his body and the work of his hands, we may say, are strictly his. So when he takes something from the state that nature has provided and left it in, he mixes his labour with it, thus joining to it something that is his own; and in that way he makes it his property.\[/quote\]

Weiter redet Suder in eigener Interpretation:

\[quote\]"In der analogen Welt haben wir feste Regeln", sagte sie der FAS. "Wenn ich in einen Aufzug steige, dann muss ich vorher nicht irgendwelchen Nutzungsbedingungen zustimmen. Ich kann mich darauf verlassen: Der Aufzug ist vom TÜV abgenommen, ich muss mir keine Gedanken machen." Genauso sei es bei digitalen Produkten. "Ich will nicht irgendwelche Klauseln durchlesen, die kein Mensch versteht. Ich will, dass der Gesetzgeber die nötigen Regeln erlässt."\[/quote\]

Das ist das Schöne an so philosophischen Argumentationen: Irgendwann darf man Leuten Aufzüge erklären. Also, Frau Suder: In Aufzügen wird angegeben, was die Höchstlast ist. Und wenn man die überschreitet und dadurch ein Schaden entsteht, muss man dafür bezahlen. Denn durch die Nutzung des Aufzuges habe ich genau diesen Nutzungsbedingungen zugestimmt. Man kann nicht einfach so Aufzug fahren, nur weil dieser vom TüV getestet wurde.

Selbst wenn man Locke richtig interpretierte, dass das Auswerten von Daten, d.i. eine immaterielle Sache, eine Arbeit darstellt, so ist die Datengrundlage selbst von individuellen Menschen hergestellt und mit nichten ein freies Gut. Aber nur von einem freien Gut nimmt Locke an, das hieraus Mehrwert durch individuelle Arbeit entsteht, das Besitztum rechtfertigt. Wenn ich einen Apfelkuchen herstelle mit geklauten Äpfeln vom Nachbarn, die dieser selbst gezüchtet hat, dann besitzt dieser sehr wohl einen Verdienst an diesem Apfelkuchen und nicht nur ich alleine.
#John Locke #Katrin Suder #Philosophie

 
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\[quote\]Die Idee, dass den Deutschen ihre Daten im Sinne eines Dateneigentums gehören könnten, hält Suder für nicht praktikabel. In der FAS verwies sie dabei auf den Philosophen John Locke: "Wer die Arbeit aufwendet, dem gehört der Mehrwert. Aber das Sammeln der Daten ist in den Zeiten des Internet of Things keine Arbeit, ihr Wert entsteht erst bei der Auswertung." \[/quote\]

Nun gut, das Sammeln von Daten hätte auch John Locke nicht als Arbeit angesehen. Ebenso wenig wie das Auswerten von Daten. John Locke hat überhaupt nur von Arbeit im Bereich der Landwirtschaft geschrieben. Die Kernaussage findet sich hier in seinem Werk Second Treatise, Sektion 27:

\[quote\]The labour of his body and the work of his hands, we may say, are strictly his. So when he takes something from the state that nature has provided and left it in, he mixes his labour with it, thus joining to it something that is his own; and in that way he makes it his property.\[/quote\]

Weiter redet Suder in eigener Interpretation:

\[quote\]"In der analogen Welt haben wir feste Regeln", sagte sie der FAS. "Wenn ich in einen Aufzug steige, dann muss ich vorher nicht irgendwelchen Nutzungsbedingungen zustimmen. Ich kann mich darauf verlassen: Der Aufzug ist vom TÜV abgenommen, ich muss mir keine Gedanken machen." Genauso sei es bei digitalen Produkten. "Ich will nicht irgendwelche Klauseln durchlesen, die kein Mensch versteht. Ich will, dass der Gesetzgeber die nötigen Regeln erlässt."\[/quote\]

Das ist das Schöne an so philosophischen Argumentationen: Irgendwann darf man Leuten Aufzüge erklären. Also, Frau Suder: In Aufzügen wird angegeben, was die Höchstlast ist. Und wenn man die überschreitet und dadurch ein Schaden entsteht, muss man dafür bezahlen. Denn durch die Nutzung des Aufzuges habe ich genau diesen Nutzungsbedingungen zugestimmt. Man kann nicht einfach so Aufzug fahren, nur weil dieser vom TüV getestet wurde.

Selbst wenn man Locke richtig interpretierte, dass das Auswerten von Daten, d.i. eine immaterielle Sache, eine Arbeit darstellt, so ist die Datengrundlage selbst von individuellen Menschen hergestellt und mit nichten ein freies Gut. Aber nur von einem freien Gut nimmt Locke an, das hieraus Mehrwert durch individuelle Arbeit entsteht, das Besitztum rechtfertigt. Wenn ich einen Apfelkuchen herstelle mit geklauten Äpfeln vom Nachbarn, die dieser selbst gezüchtet hat, dann besitzt dieser sehr wohl einen Verdienst an diesem Apfelkuchen und nicht nur ich alleine.
#Katrin Suder #Philosophie

 
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Die Vorsitzende von Angela Merkels Digitalrat, Katrin Suder, https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11867878-bundesregierung-digitalrat-chefin-ruft-datenteilen" target="_blank">ruft zum allgemeinen Datensammeln auf:

\[quote\]Die Idee, dass den Deutschen ihre Daten im Sinne eines Dateneigentums gehören könnten, hält Suder für nicht praktikabel. In der FAS verwies sie dabei auf den Philosophen John Locke: "Wer die Arbeit aufwendet, dem gehört der Mehrwert. Aber das Sammeln der Daten ist in den Zeiten des Internet of Things keine Arbeit, ihr Wert entsteht erst bei der Auswertung." \[/quote\]

Nun gut, das Sammeln von Daten hätte auch John Locke nicht als Arbeit angesehen. Ebenso wenig wie das Auswerten von Daten. John Lock hat überhaupt nur von Arbeit im Bereich der Landwirtschaft geschrieben. Die Kernaussage findet sich hier in seinem Werk Second Treatise, Sektion 27:

\[quote\]The labour of his body and the work of his hands, we may say, are strictly his. So when he takes something from the state that nature has provided and left it in, he mixes his labour with it, thus joining to it something that is his own; and in that way he makes it his property.\[/quote\]

Weiter redet Suder in eigener Interpretation:

\[quote\]"In der analogen Welt haben wir feste Regeln", sagte sie der FAS. "Wenn ich in einen Aufzug steige, dann muss ich vorher nicht irgendwelchen Nutzungsbedingungen zustimmen. Ich kann mich darauf verlassen: Der Aufzug ist vom TÜV abgenommen, ich muss mir keine Gedanken machen." Genauso sei es bei digitalen Produkten. "Ich will nicht irgendwelche Klauseln durchlesen, die kein Mensch versteht. Ich will, dass der Gesetzgeber die nötigen Regeln erlässt."\[/quote\]

Das ist das Schöne an so philosophischen Argumentationen: Irgendwann darf man Leuten Aufzüge erklären. Also, Frau Suder: In Aufzügen wird angegeben, was die Höchstlast ist. Und wenn man die überschreitet und dadurch ein Schaden entsteht, muss man dafür bezahlen. Denn durch die Nutzung des Aufzuges habe ich genau diesen Nutzungsbedingungen zugestimmt. Man kann nicht einfach so Aufzug fahren, nur weil dieser vom TüV getestet wurde.

Selbst wenn man Locke richtig interpretierte, dass das Auswerten von Daten, d.i. eine immaterielle Sache, eine Arbeit darstellt, so ist die Datengrundlage selbst von individuellen Menschen hergestellt und mit nichten ein freies Gut. Aber nur von einem freien Gut nimmt Lock an, das hieraus Mehrwert durch individuelle Arbeit entsteht, das Besitztum rechtfertigt. Wenn ich einen Apfelkuchen herstelle mit geklauten Äpfeln vom Nachbarn, die dieser selbst gezüchtet hat, dann besitzt dieser sehr wohl einen Verdienst an diesem Apfelkuchen und nicht nur ich alleine.
#Katrin Suder #Philosophie

 
Daten abgrasen mit Lockes Arbeitstheorie?

Die Vorsitzende von Angela Merkels Digitalrat, Katrin Suder, https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11867878-bundesregierung-digitalrat-chefin-ruft-datenteilen" target="_blank">ruft zum allgemeinen Datensammeln auf:

\[quote\]Die Idee, dass den Deutschen ihre Daten im Sinne eines Dateneigentums gehören könnten, hält Suder für nicht praktikabel. In der FAS verwies sie dabei auf den Philosophen John Locke: "Wer die Arbeit aufwendet, dem gehört der Mehrwert. Aber das Sammeln der Daten ist in den Zeiten des Internet of Things keine Arbeit, ihr Wert entsteht erst bei der Auswertung." \[/quote\]

Nun gut, das Sammeln von Daten hätte auch John Lock nicht als Arbeit angesehen. Ebenso wenig wie das Auswerten von Daten. John Lock hat überhaupt nur von Arbeit im Bereich der Landwirtschaft geschrieben. Die Kernaussage findet sich hier in seinem Werk Second Treatise, Sektion 27:

\[quote\]The labour of his body and the work of his hands, we may say, are strictly his. So when he takes something from the state that nature has provided and left it in, he mixes his labour with it, thus joining to it something that is his own; and in that way he makes it his property.\[/quote\]

Weiter redet Suder in eigener Interpretation:

\[quote\]"In der analogen Welt haben wir feste Regeln", sagte sie der FAS. "Wenn ich in einen Aufzug steige, dann muss ich vorher nicht irgendwelchen Nutzungsbedingungen zustimmen. Ich kann mich darauf verlassen: Der Aufzug ist vom TÜV abgenommen, ich muss mir keine Gedanken machen." Genauso sei es bei digitalen Produkten. "Ich will nicht irgendwelche Klauseln durchlesen, die kein Mensch versteht. Ich will, dass der Gesetzgeber die nötigen Regeln erlässt."\[/quote\]

Das ist das Schöne an so philosophischen Argumentationen: Irgendwann darf man Leuten Aufzüge erklären. Also, Frau Suder: In Aufzügen wird angegeben, was die Höchstlast ist. Und wenn man die überschreitet und dadurch ein Schaden entsteht, muss man dafür bezahlen. Denn durch die Nutzung des Aufzuges habe ich genau diesen Nutzungsbedingungen zugestimmt. Man kann nicht einfach so Aufzug fahren, nur weil dieser vom TüV getestet wurde.

Selbst wenn man Locke richtig interpretierte, dass das Auswerten von Daten, d.i. eine immaterielle Sache, eine Arbeit darstellt, so ist die Datengrundlage selbst von individuellen Menschen hergestellt und mit nichten ein freies Gut. Aber nur von einem freien Gut nimmt Lock an, das hieraus Mehrwert durch individuelle Arbeit entsteht, das Besitztum rechtfertigt. Wenn ich einen Apfelkuchen herstelle mit geklauten Äpfeln vom Nachbarn, die dieser selbst gezüchtet hat, dann besitzt dieser sehr wohl einen Verdienst an diesem Apfelkuchen und nicht nur ich alleine.
#Katrin Suder #Philosophie

 
Daten abgrasen mit Locks Arbeitstheorie?

Die Vorsitzende von Angela Merkels Digitalrat, Katrin Suder, https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11867878-bundesregierung-digitalrat-chefin-ruft-datenteilen" target="_blank">ruft zum allgemeinen Datensammeln auf:

\[quote\]Die Idee, dass den Deutschen ihre Daten im Sinne eines Dateneigentums gehören könnten, hält Suder für nicht praktikabel. In der FAS verwies sie dabei auf den Philosophen John Locke: "Wer die Arbeit aufwendet, dem gehört der Mehrwert. Aber das Sammeln der Daten ist in den Zeiten des Internet of Things keine Arbeit, ihr Wert entsteht erst bei der Auswertung." \[/quote\]

Nun gut, das Sammeln von Daten hätte auch John Lock nicht als Arbeit angesehen. Ebenso wenig wie das Auswerten von Daten. John Lock hat überhaupt nur von Arbeit im Bereich der Landwirtschaft geschrieben. Die Kernaussage findet sich hier in seinem Werk Second Treatise, Sektion 27:

\[quote\]The labour of his body and the work of his hands, we may say, are strictly his. So when he takes something from the state that nature has provided and left it in, he mixes his labour with it, thus joining to it something that is his own; and in that way he makes it his property.\[/quote\]

Weiter redet Suder in eigener Interpretation:

\[quote\]"In der analogen Welt haben wir feste Regeln", sagte sie der FAS. "Wenn ich in einen Aufzug steige, dann muss ich vorher nicht irgendwelchen Nutzungsbedingungen zustimmen. Ich kann mich darauf verlassen: Der Aufzug ist vom TÜV abgenommen, ich muss mir keine Gedanken machen." Genauso sei es bei digitalen Produkten. "Ich will nicht irgendwelche Klauseln durchlesen, die kein Mensch versteht. Ich will, dass der Gesetzgeber die nötigen Regeln erlässt."\[/quote\]

Das ist das Schöne an so philosophischen Argumentationen: Irgendwann darf man Leuten Aufzüge erklären. Also, Frau Suder: In Aufzügen wird angegeben, was die Höchstlast ist. Und wenn man die überschreitet und dadurch ein Schaden entsteht, muss man dafür bezahlen. Denn durch die Nutzung des Aufzuges habe ich genau diesen Nutzungsbedingungen zugestimmt. Man kann nicht einfach so Aufzug fahren, nur weil dieser vom TüV getestet wurde.

Selbst wenn man Locke richtig interpretierte, dass das Auswerten von Daten, d.i. eine immaterielle Sache, eine Arbeit darstellt, so ist die Datengrundlage selbst von individuellen Menschen hergestellt und mit nichten ein freies Gut. Aber nur von einem freien Gut nimmt Lock an, das hieraus Mehrwert durch individuelle Arbeit entsteht, das Besitztum rechtfertigt. Wenn ich einen Apfelkuchen herstelle mit geklauten Äpfeln vom Nachbarn, die dieser selbst gezüchtet hat, dann besitzt dieser sehr wohl einen Verdienst an diesem Apfelkuchen und nicht nur ich alleine.
#Katrin Suder #Philosophie

 
Alles kommt aus Information, alles wird zur Information, alles ist Information.

Damit wäre dann die Erste Aufklärung – die des 18. bis 20. Jahrhunderts – fragwürdig geworden, denn sie basierte auf dem umgekehrten Prinzip: Als sie den Menschen vom unreflektierten Glauben emanzipierte, stellte sie die intellektuellen Verhältnisse von Metaphysik auf Physik um, von Glauben auf Denken, Schlussfolgern, Rationalität. Das aber war: „bit from it.“


#Philosophie #digitale Welt #DigiKant #Philosophie der Aufklärung

 
Das hat mich gerade umgehaun!
Danke an @Claudia Klinger für diesen Link auf Twitter!

Der Neoliberalismus ist wie die Einstiegs­droge für den Verlust von Handlungs­fähigkeit und Freiheit, den die künstliche Intelligenz vollenden könnte. Heute beobachten wir den Zusammen­bruch des Glaubens in Demokratie und Freiheit, und morgen werden wir es mit riesigen Wissens- und Macht­asymmetrien zu tun bekommen. Was letztlich auf dem Spiel steht, ist die freie Handlungs­fähigkeit der Menschen. Es liegt so offenkundig zutage, dass die meisten Menschen es nicht mehr sehen können.


#Paul Mason #Politanalyse #Philosophie #Marxist

 

Mehr und weniger




Was ist das Leben, wenn nicht ein immerwährendes Paradoxon


Von Luis Mariano Fernández

Heute haben wir größere Häuser und kleinere Familien, mehr Annehmlichkeiten, aber weniger Zeit, mehr akademische Grade, aber weniger gesunden Menschenverstand, mehr Kenntnisse, aber weniger Urteilskraft.

Wir haben mehr Experten, aber auch mehr Probleme, mehr Medikamente, aber weniger Gesundheit. Wir verbrauchen ohne Maß, lachen zu wenig und fahren zu schnell. Wir werden sehr schnell böse und lesen zu wenig, wir sehen zu viel fern und benutzen zuviel Whatsapp und denken kaum nach.

Wir haben unsere Besitztümer multipliziert, dafür aber unsere Werte reduziert. Wir sprechen zu viel, lieben zu wenig und lügen zu oft. Wir haben gelernt uns durchs Leben zu schlagen, aber nicht zu leben.

Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber kein Leben den Jahren. Wir haben höhere Gebäude, aber wenig Temperament, breitere Autobahnen, aber engere Horizonte. Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger. Wir kaufen mehr, aber genießen es weniger.

Wir sind zum Mond geflogen und zurückgekehrt, aber es fällt uns schwer die Straße zu überqueren, um unsere Nachbarn zu begrüßen. Wir haben den äußeren Raum erobert, aber nicht den inneren. Wir haben gelernt uns zu beeilen, aber nicht zu warten.

Wir haben größere Einkünfte, aber nicht mehr Moral. Wir bauen immer mehr Computer, um immer mehr Informationen zu speichern, aber wir kommunizieren weniger. Es zählt Quantität, aber nicht Qualität, mehr Ablenkung, aber weniger Vergnügen, mehr Nahrungsmittel, aber weniger nahrhaftes, zwei Gehälter, aber mehr Scheidungen, fabelhafte Häuser, aber zerstörte Heime.

Das Leben ist eine Kette von Glücksmomenten. Nicht immer geht es um das Überleben. Ziehe deine besten Kleider an und lege dein bestes Parfum auf. Benutze es, wenn dir danach ist. Erlaube nicht, dass dein Leben ein kontinuierliches Paradoxon ist.
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Übersetzung: Jairo Gomez
Foto: Pim Chu, Unsplash.com
Quelle: www.neue-debatte.com
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#NeueDebatte #Ethik #Philosophie #Moral #Sein #Dasein #Menschlichkeit #Leben

 
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