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Ausgedachte Probleme

Leo Fischer haut auf Oberschichtige in der Coronapandemie und das könnte man fast direkt in Stein meißeln:

\[quote\]Während die Krankheit Familien zerstört und Millionen ins Elend taucht, will die deutsche Oberschicht vor allem wieder in die Oper gehen. [...] Es ist die Empörung einer ganzen Klasse, die nicht einsieht, dass für sie noch Regeln gelten. Maßnahmen können ihretwegen getroffen werden, aber nicht für sie - sie wollen weitermachen wie bisher. Überhaupt von Gesetzen betroffen zu sein, sich nicht rauskaufen können, behandelt zu werden wie Hartz-IVler, bei denen sie aber keinen Gedanken an Freiheiten und Grundrechte verschwenden, ist schon der ganze Grund der Empörung.\[/quote\]

Fischer bezieht sich damit auf ein Interview mit Juli Zeh, Daniel Kehlmann und Thea Dorn in der Zeit, in dem gnadenlos ununterbaut in Sachargumenten über das Vorgehen der Politik im Proseminarplauderton mit Buzzwörtern und Namedropping geschwurbelt wird. Sowas, was man nach dem Studium am Wenigsten vermisst. Ich erinnere mich an einen Dozenten, der bei solcherlei Meinungsbeiträgen diese mit "Das ist ein interessanter Gedanke, den Sie da haben" versah, dann aber über etwas vollkommen anderes weiterredete, womit er den Sprechenden in der Meinung, er habe tatsächlich etwas Sinnvolles gesagt, hinterließ. Man kann Leuten nur schwer helfen, die belehren, aber nicht belehrt werden wollen. Eben das, was Fischer auch meint.